Presse: Taktischer Fauxpas kostet den verdienten Sieg
Dienstag, 15. Dezember 2009
Regionalliga: TG Hanau verliert gegen HolidayCheck Baskets Konstanz mit 80:92
Basketball (sha). Die Turngemeinde Hanau (TGH) kommt aus der Ergebniskrise einfach nicht heraus und bringt sich durch taktische Fehler selbst um ihre Siege. In der Main-Kinzig-Halle waren die White Wings am Samstag über weite Strecken das bessere Team, das bessere Ende hatten aber die favorisierten HolidayCheck Baskets Konstanz mit 80:92 (42:35) für sich. Weil sich die Bartik-Truppe in der Schlussphase wieder zu viele Einzelaktionen leistete, kassierte sie die dritte Niederlage im vierten Spiel. Abteilungsleiter Martin Schenk sah nach den Krisensitzung unter der Woche dennoch Verbesserungen.

Gegen die HolidayCheck Baskets Konstanz betraten motivierte White Wings die Main-Kinzig-Halle. Nach der peinlichen Pleite gegen den BV Villingen-Schwenningen und den Krisengesprächen wollten die Basketballer Wiedergutmachung – und taten in der ersten Halbzeit viel dafür. Während von dem Tabellenzweiten wenig zu sehen war, kombinierte die TGH über ihre US-Profis. Wadale Williams trug mit vier Dreiern maßgeblich dazu bei, dass den Hanauern in Sachen Distanzerfolge die beste Partie der Saison gelang. Landsmann Alonzo Brooks offenbarte zwar bei der Wurfquote Verbesserungsbedarf, behauptete sich aber unter den Brettern. „Die Jungs haben sich bemüht, das umzusetzen, was sie in den Gesprächen und ihrer öffentlichen Erklärung versprochen haben“, sagte Alphan Bartik, der mit einer 42:35-Führung in die Kabine ging.

Der Headcoach sah weiterhin guten Basketball seines Teams, auch wenn Konstanz sich nach dem Seitenwechsel mehr Spielanteile erarbeitete. Der Mitfavorit um den Aufstieg profitierte in ähnlicher Weise von seinen Amerikanern: Michael Lay erzielte vorne die Punkte – 30 an der Zahl – und der 2,04-Meter-Center Martin Moore kümmerte sich um die Rebounds. Im Luftkampf war er insgesamt 14 Mal erfolgreich und stahl der TGH damit viele Nachschusschancen. Als die White Wings mit ihren US-Importen, Norman Lang und Markus Konecny auch noch in Foulprobleme trudelten, wurde die Bedrängnis für die Gastgeber immer größer. Abteilungsleiter Martin Schenk sah bis dato trotzdem viel von dem, was er sich bereits vor Wochenfrist gewünscht hätte. „Die wahren Fans werden diese Verbesserungen erkannt haben“, meinte er.

Nicht zufrieden war Schenk mit einer Schlussphase, in der sich sein Team durch gravierende taktische Fehler selbst um den verdienten Lohn brachte. Wenige Minuten vor dem Ende war Konstanz erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung gegangen  und hatte die White Wings damit aus dem taktischen Konzept gebracht. Bei drei Punkten Rückstand und ohne Not attackierte die Turngemeinde zwei Mal die drei Punkte – zwei Mal ging dieses Unterfangen schief, zwei Mal pflückte Konstanz Moore die Rebounds ab und zwei Mal schlug das Fastbreak im Ring der Hanauer ein. „Ich kann einfach nicht verstehen, warum sich die Mannschaft immer wieder selbst um den Sieg bringt. Es lief so gut, den Erfolg hätten wir holen müssen“, haderte Bartik nach der dritten Niederlage in den letzten vier Spielen.

In der Tabelle bleibt die TGH weiter weit hinter ihren Erwartungen zurück. Auf Rang neun krebst der Club weiterhin im Niemandsland der Tabelle und ist von den avisierten vorderen  Plätzen bereits drei Siege entfernt. Schenk sieht Verbesserungspotenzial in zwei Bereichen: „Das Teamplay ist ausbaufähig und die Trainingsintensität muss zunehmen.“

TG Hanau: Williams (24 Punkte / 4 Dreier), Brooks (16/2), Köhnert (15/3), Konecny (10), Quarshie (6), Young (4), Morris Boyd (3/1), Lang (2), Müller, Philipp Schneider. Zuschauer: 400. (Hanauer Anzeiger/Dominik Sharaf)

 

 
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