Regionalliga: TG Hanau gewinnt Herzschlagfinale beim MTV Kronberg mit 76:75
Basketball (sha). Spannender hätte das letzte Regionalligaspiel des Jahres nicht sein können. In einem Herzschlagfinale besiegten die Basketballer der Turngemeinde Hanau (TGH) den MTV Kronberg mit 76:75. Dabei sahen die White Wings gegen die starken Distanzschützen aus dem Taunus 120 Sekunden vor Schluss schon wie der sichere Verlierer aus. Mit einer überragenden kämpferischen Leistung rissen die Mannen von Alphan Bartik den Punkt doch noch an sich und überwintern nun auf Rang neun der Tabelle.
Während draußen eisige Temperaturen herrschten, erwärmten in der Sulzbacher Eichwald-Halle eine Mannschaft die Herzen der Basketballfans, die nicht für den MTV Kronberg schlugen. Es waren keine zwei Minuten mehr auf der Uhr, als Alphan Bartik sein Team für eine Auszeit zusammentrommelte. „Wir brauchen jetzt ganz dringend zwei schnelle Punkte“, erklärte der Headcoach seinen Schützlingen in dem Wissen, dass die letzte Partie des Jahres 2009 wohl schon verloren ist. Sechs Punkte Rückstand gegen eine erfahrene und taktisch versierte Mannschaft wie den MTV Kronberg – es sah alles nach der dritten Niederlage in Folge aus. Doch drei Hanauer stemmten sich gegen die Schlappe. „Wir haben uns nicht aufgegeben wie noch vor einer Woche gegen Konstanz. Auch wenn ich kaum noch an den Sieg gegeglaubt habe“, sagte Norman Lang.
Der Neuzugang selbst nahm nach der heilsamen Auszeit Kronbergs Star Mike Cormick den Ball ab und verwandelte für drei Punkte. Den Gegenangriff stoppte Markus Konecny ebenfalls mit einem Steal und punktete. Ein einziger Punkt Rückstand, Kronberg im Ballbesitz und noch 30 Sekunden auf der Uhr. Die Devise für die Spieler aus dem Taunus: die Zeit runterspielen, die Punkte sichern. Doch nicht mit Konecny: Wieder attackierte der TGH-Center, brachte eine Fingerspitze an den Ball und beförderte das Spielgerät so zu Wadale Williams. Mit dem Doppelpass auf Konecny und dessen finalen Korb machten die White Wings drei Sekunden vor Ende alles klar. Während seine Teamkameraden jubelten, klappte der US-Profi nach der Schlusssirene zusammen. Eine Grippe hatte dem Mann aus Missouri die Kraft geraubt, doch der Aufbauspieler biss sich 27 Minuten lang durch.
Ihr Aufstiegsjahr 2009 wollte die Turngemeinde in Kronberg vom Sprungball an würdig beschließen. Nur 35 Punkte ließen die Weißen in der ersten Hälfte zu, weil die Mannschaft wie so oft in einem ersten Durchgang exzellent verteidigte. Lang hatte Topscorer Cormick, der den Großteil seiner 26 Punkte nach dem Seitenwechsel erzielte, sicher im Griff. Unter den Brettern herrschte das Trio Quarshie-Brooks-Konecny, das zusammen 18 von 30 Rebounds aus der Luft pflückte. Doch wie so oft in dieser Saison schaffte es die TGH nicht, diese Leistung über die kompletten 40 Minuten durchzuziehen. So verwandelte sich ein komfortabler Acht-Punkte-Vorsprung zur Halbzeit in einen Rückstand, als Kronberg unmittelbar nach der Pause zu einem 10:0-Lauf gegen einen indisponierten Gegner ansetzte. Zwar kämpften sich die Hanauer wieder heran, schafften es aber lange nicht, das Spiel wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen. „Die Partie schien im letzten Viertel verschenkt, dennoch ist uns ein extrem wichtiger Sieg im Hessen-Derby gelungenen“, freute sich Lang.
Nach 14 von 30 Spielen steht nun Rang neun zu Buche, ehe es bereits am 8. Januar in der Regionalliga weiter geht. „Dann müssen wir unsere Leistung endlich konstant abrufen“, fordert Norman Lang und verweist auf die Partie bei Spitzenreiter VfB Gießen, die die White Wings gewannen. „Der Kader hat so viel Potenzial, ist vielleicht einer der besten der Liga.“ Bis Weihnachten hat Bartik seinem Team frei gegeben, doch schon zwischen den Jahren wird wieder trainiert.
TG Hanau: Lang (19 Punkte / 3 Dreier), Konecny (19), Köhnert (9/2), Philipp Schneider (9), Williams (6/1), Quarshie (6), Brooks (5), Morris Boyd (3). Zuschauer: 50.
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