Regionalliga: TG Hanau gewinnt zum vierten Mal in Folge – 87:78 gegen SV Tübingen
Basketball (sha). Die Turngemeinde Hanau (TGH) ist nicht mehr zu stoppen. Mit einem überzeugenden 87:78-Erfolg über den SV 03 Tübingen feierten die White Wings am Samstag in der Main-Kinzig-Halle den vierten Sieg in Folge. Besonders beim Rebound war die Mannschaft von Alphan Bartik dank Alonzo Brooks und Markus Konecny überlegen, entschied die Partie aber schließlich an der Freiwurflinie für sich. Einzig Tübingens Pirmin Unger hätte die Goldschmiedestädter fast noch ins Wanken gebracht. Nach dem Sieg rückt die TGH in der Tabelle auf Rang fünf vor.
Ein mühsamer Beginn auf beiden Seiten war geprägt von zahlreichen Fouls und schlechten Trefferquoten. „Tübingen spielt sehr strukturiert, deshalb haben wir nur schwer in die Partie reingefunden“, erklärte Flügelspieler Norman Lang. Den Schlüssel zum Erfolg fanden die Hanauer noch im ersten Viertel: die Offensivrebounds. Obwohl die Gäste aus Baden-Württemberg mit Andreas Kronhardt und Peter Fabian Klemm über zwei der stärksten Spieler unter den Brettern verfügten, hatten sie beim zweiten Ball permanent das Nachsehen. Gerade US-Profi Alonzo Brooks und Markus Konecny waren den zwei Tübinger Brocken immer einen Schritt voraus. Auch wenn die Wurfquote lange nicht stimmte, punktete die TGH so immer wieder im zweiten Anlauf.
Auch im zweiten Viertel blieb die immer wieder von Wadale Williams angetriebene Turngemeinde insgesamt präsenter auf dem Court, Oldie Jens Schneider verlieh zusätzliche Stabilität. Allerdings verpassten es die White Wings aber immer wieder, in der eigenen Halle für klare Verhältnisse zu sorgen. Tübingens Topscorer Pirmin Unger, der via Doppellizenz auch in der Basketballbundesliga für die Walter Baskets Tübingen aufläuft, war in Sachen Beweglichkeit und Schnelligkeit das Maß der Dinge. Insgesamt 24 Punkte warf der 22-Jährige, war über die Spielzeit aber zu oft aus sich alleine gestellt, um für eine globale Trendwende zu sorgen. Es ging mit 35:33 in die Pause.
Im dritten Viertel spitzten sich die Foulprobleme der TGH zu. Der Mannschaft, die ohnehin auf drei Stammspieler verzichten musste, drohte eine weitere Dezimierung durch den Unparteiischen. „Die Schiedsrichter haben kleinlich gepfiffen“, sagte Lang, der mit vier Fouls ebenso kurz vor dem Gang in die Kabine stand wie Williams und Kapitän Andre Young. Cedric Quarshie und Brooks konnten bereits vor der Schlusssirene duschen gehen. Trainer Bartik war mit den Referees einverstanden: „Wir hatten uns vorgenommen, aggressiv zu verteidigen. Da kann es passieren, dass Spieler in Foulprobleme geraten“, meinte der Headcoach, dem einige Leichtsinnsfehler seiner Schützlinge deutlich mehr Sorgen bereitet haben dürften. Die ermöglichten es Tübingen durch Fast Breaks bis zur Schlussphase in Schlagdistanz zu bleiben.
In den letzten Minuten zeigte die TGH, dass sie auch taktisch gereift ist. Weil der SVT früh im letzten Viertel mit fünf Teamfouls belastet war und die White Wings, kamen die Hanauer immer wieder an die Freiwurflinie und erzielten eine hervorragende Quote. Abgeklärt wie eine Spitzenmannschaft brachten die White Wings den Gegner in einen Teufelskreis – der musste foulen, um die Uhr zu stoppen, die TGH konnte punkten und trotz eines bis zum Umfallen kämpfenden Pirmin Unger mit 87:78 siegen. Nach vier Siegen in Folge jubelte Alphan Bartik: „Der Kampfgeist hat den Unterschied gemacht. Das war heute die stärkste Leistung der letzten Partien. Wir können uns kontinuierlich steigern.“
TG Hanau: Williams (22 Punkte / 1 Dreier), Brooks (17), Konecny (15), Jens Schneider (13), Young (11/1), Lang (8/1), Quarshie (1), Morris Boyd, Tamer. (Hanauer Anzeiger/Dominik Sharaf)
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