Presse: Odyssee für eine Klatsche
Mittwoch, 3. Februar 2010
Nachwuchs-Bundesligen: TG Hanau kassiert zwei hohe Niederlagen
Basketball (sha). Zehn Stunden Anreise für eine 49:97-Klatsche bei den SV Halle Junior Lions – das war die ärgerliche Bilanz, die die Unitymedia White Wings Girls am vergangenen Wochenende zogen. Nachdem die Playoff-Qualifikation in der Weiblichen Nachwuchsbasketball-Bundesliga (WNBL) so gut wie sicher ist, können die U17-Damen die Niederlage nüchtern analysieren. Das gilt auch für Sven Witt und seine Truppe für die Jugendbasketball-Bundesliga (JBBL), für die in der Vorrunde bereits Hopfen und Malz verloren sind. Gegen den BBC Bayreuth verloren die Grünbau Hanau Junior White Wings mit 55:109.

 

Für die Unitymedia Hanau White Wings Girls hätte der Spieltag nicht ärgerlicher sein können. Da die Mannschaft von Mate Condic mit chaotischen Straßenverhältnissen rechnete, entschied sie sich für eine Zuganreise am Vorabend der Partie in Halle/Saale. Diese Maßnahme sollten die U17-Damen jedoch bitter bereuen. Nach der Abfahrt um 14.30 Uhr in Hanau musste die geplante Reiseroute wegen Verbindungsausfällen schnell ad acta gelegt werden, aus einem Umstieg wurden drei. Dazu standen die Sportlerinnen bei Minusgeraden bis zu 90 Minuten in der Botanik regionaler Kleinbahnhöfe. Nach einer Odyssee, die über zehn Stunden dauerte, erreichte die TGH um 0.30 Uhr die Jugendherberge in Halle. „Das war kein Auswärtsspiel, das war ein Abenteuer. Ich hoffte nur, dass niemand über Nacht erkranken würde“, meinte Condic.

Nachdem das Hinspiel in einem 28:90-Debakel endete, sah es am Sonntag kurz so aus, als habe sich die Bahn-Tortur zumindest sportlich gelohnt. In der Anfangsphase hielten die Hanauerinnen gut mit, kamen durch das zweite Foul von Elisabeth Dzirma im ersten Viertel jedoch aus dem Takt. Die SV Halle Junior Lions überrollten die TGH wie eine Dampflok: Binnen fünf Minuten erhöhten die Ostdeutschen ihre Führung von drei auf 23 Punkte und ließen das Spiel fortan laufen. Weil in der Defense der White Wings Girls nur Mona Abel positiv auffiel, war schon der Laissez-faire-Stil des Gegners zwei Gänge zu hoch. Bis zur Halbzeit baute Halle seine Führung auf 55:19 aus. Im dritten Viertel setzte die Turngemeinde nochmals ein Ausrufungszeichen und konnte dank einer in dieser Phase starken Özseli Gültekin den Rückstand verkürzen. Weil zum Schluss die Kräfte fehlten, war dem 49:97 diese Ergebniskosmetik kaum noch anzusehen. „Wir wollten einfach zu viel“, analysierte Mate Condic. „Wir haben noch nicht realisiert, dass wir die als unerfahrenste Mannschaft in den Playoffs schon enorm viel erreicht haben.“

Zwar mussten sich die Grünbau Hanau Junior White Wings nur bis zur Main-Kinzig-Halle durchschlagen, die Niederlage für die JBBL-Mannschaft von Sven Witt fiel jedoch nicht weniger bitter aus. Beim 55:109 gegen den BBC Bayreuth war das Team über die komplette Spielzeit chancenlos. Die zehnte Klatsche im zehnten Spiel stimmte den hauptamtlichen Jugendtrainer dennoch optimistisch: „Es zeigt sich zwar nicht in den Punkten, aber wir haben besser zusammengespielt“, resümierte Witt. „Einige Kinder sind nach der Partie auf mich zugekommen und haben gesagt: 'Heute hat es Spaß gemacht'. Das ist viel wichtiger als die Höhe der Niederlage.“ Nachdem mit Alptug Kocatürk nach Philipp Kautz ein zweiter Spieler langzeitverletzt ist, wird auch noch die Personaldecke dünner. Einziger Hoffnungsschimmer vor der Abstiegsrunde ist die Tatsache, dass die TGH aktuell in einer der stärksten Vorrundengruppen spielt. Die Gegner können also nur leichter werden. (Hanauer Anzeiger/Dominik Sharaf)

 

 
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Nächstes Spiel

Samstag, 13. März 2010
19:00TGH-TVR

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