Presse: Begeisterungsstürme sind Fehlanzeige
Donnerstag, 4. Februar 2010
TG Hanau will Stagnation der Zuschauerzahlen mit Innovationen bekämpfen
Basketball (sha). Sportlich sind die Basketballer der Turngemeinde Hanau (TGH) im Aufwind. Die Zuschauerzahlen allerdings stagnieren. Die Gründe sehen die Verantwortlichen in der Konkurrenzsituation und fehlenden Neuerungen. Damit die White Wings auch künftig auf die Gänsehautatmosphäre in der Main-Kinzig-Halle bauen können, sollen eine neue Spielfeldgestaltung und ein größeres Rahmenprogramm mehr Besucher anlocken. Auch der alljährliche Heimauftakt „Hanau bebt“ hatte der Turngemeinde zuletzt keine Rekordzahlen mehr beschert.

Die Basketballer der TG Hanau hatten in den letzten Jahren einen sechsten Mann auf dem Feld: ihre Fans. Früher in der Jahnhalle, heute in der Main-Kinzig-Halle, waren und sind die White Wings für die ohrenbetäubende Lautstärke und die frenetische Anfeuerung ihrer Anhänger bekannt. Doch die positive Entwicklung der Zuschauerzahlen stagniert. 500 Eintrittzahler wohnten den Partien in der Saison 2009/2010 durchschnittlich bei. „Wir sind mit dem Schnitt für diese Saison nicht zufrieden. Er ist in Ordnung, kann aber keine Begeisterungsstürme auslösen“, meint TGH-Vizepräsident Jens Gottwald und verweist auf die Konkurrenzsituation in Hanau.

So hätte die Turngemeinde selbst mit der Tischtennis-Bundesliga ein attraktives Angebot geschaffen, dass in der gleichen Halle stattfindet. „Allgemein ist die Konkurrenzsituation im Rhein-Main-Gebiet sehr groß. Dazu kommt, dass wir Überschneidungen mit Basketball im Fernsehen hatten“, sagt Gottwald. Dass der Aufstieg in die 1. Regionalliga nicht automatisch für ein Besucherplus gesorgt hat, wundert Martin Schenk nicht: „Für viele Zuschauer ist es unerheblich, ob wir nun in der ersten oder zweiten Regionalliga spielen“, glaubt der scheidende Abteilungsleiter und betont die Wirkung des sportlichen Erfolgs auf die Attraktivität der Heimspiele: „In der Saison 2008/2009 hatten wir extrem lange Siegesserien, das lockt.“

Damit die momentan anhaltende Erfolgssträhne von fünf ungeschlagenen Ligaspielen anhält, wollen die Verantwortlichen beim nachbessern. „Schon am Samstag könnte der Spielfeldaufbau umstrukturiert werden“, kündigt Jens Gottwald an. Konkret sollen die VIP-Plätze auf die andere Seite der Arena wechseln und so in den Zuschauerraum integriert werden. Im Gegenzug sollen die Mannschaftsbänke und das Kampfrichterpult auf die gegenüberliegende Gerade verschoben werden. Ein wesentlicher Vorteil dieser Maßnahme wäre, dass der neue Hallensprecher Sven Mayer die Haupttribüne dann anschauen könnte.

Bei dieser Maßnahme wollen es die Verantwortlichen aber nicht bewenden lassen. „Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Es wurde zu wenig gemacht“, räumt Vizepräsident Gottwald ein. Das Rahmenprogramm besteht aktuell aus den TGH-Cheerleadern, dem Zuschauer-Glückswurf von der Mittellinie und einigen Mottospieltagen in Zusammenarbeit mit Sponsoren. Mehr Stände und Aktionen, ein noch abwechslungsreicheres Drumherum – so die Pläne der Führungsetage. Schenk empfiehlt, sich nicht nur auf bestehende Publika zu konzentrieren: „Die White Wings müssen über Hanau hinaus bekannt werden. Das bedeutet, das Marketing zu pushen“, so der Abteilungsleiter, der einschränkt: „Das ist aber eine Zeit- und Organisationsfrage.“

 

Gedanken muss sich die TGH auch um ihren jährlichen Heimauftakt „Hanau bebt“ machen, der seit seiner ersten Austragung vor vier Jahren einen Zuschauerschwund zu verzeichnen hat. Lockten die Basketballer bei der ersten Veranstaltung noch 1800 Zuschauer in die August-Schärttner-Halle, waren es im vergangenen Jahr in der Main-Kinzig-Halle nur noch knapp 1000. „Unsere neue Heimspielstätte ist natürlich nicht so attraktiv wie die Schärttner-Halle. Aber die Arena im Hanauer Norden ist eben keine Ballsportarena und bedeutet als einmaliger Austragungsort einen zu großen Arbeitsaufwand“, bilanziert Jens Gottwald. Martin Schenk vermutet: „Der Reiz des Neuen ist verflogen. Heute wollen die Fans bei jeder Partie Hanau beben lassen.“ (Hanauer Anzeiger/Dominik Sharaf)

 

 

 
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Samstag, 20. März 2010
20:00ASC-TGH

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