Regionalliga: TG Hanau feiert Pflichtsieg – 88:66 gegen Eintracht Frankfurt
Basketball (sha). Die Turngemeinde Hanau (TGH) hat ihre Pflichtaufgabe bestanden. Gegen Tabellenschlusslicht Eintracht Frankfurt siegten die White Wings am Samstag in der Main-Kinzig-Halle mit 88:66 und hatten dabei nur in der ersten Hälfte Mühe. Nach dem Seitenwechsel spielten die Mannen von Alphan Bartik befreit auf und düpierten die Adlerträger über weite Strecken. Mit dem sechsten Erfolg in Folge schob sich die Turngemeinde wieder ein Stück näher an die Tabellenspitze heran und kann nächste Woche bei Titelkandidat MTV Stuttgart sogar die Aufstiegsränge angreifen.
Nachdem die Eintracht schon im Vorfeld der Partie die weiße Fahne im Anschlag hatte, waren ab dem Sprungball alle Augen auf die TG Hanau gerichtet. Der Druck tat dem Team nicht gut. Im Gegenteil: Über die gesamte erste Hälfte hinweg agierten die White Wings pomadig, leisteten sich viele Abspielfehler und schafften es nicht, vom Trainings- in den Wettbewerbsmodus zu schalten. „Unsere Defense hat in dieser Phase nicht gut gestanden“, erklärte Nachwuchsspieler Can Tamer, der später seinen großen Auftritt haben sollte. Vor dem Seitenwechsel sah er von der Bank, wie der krasse Außenseiter aus Frankfurt munter mitspielte. Zwar schafften es die Mannen aus der Mainmetropole nicht, für spielerische Glanzlichter zu sorgen. Die Leistungsträger Mark Langohr und Arash Javadi, früher selbst im TGH-Trikot, erzielten aber die einfachen Punkte und das reichte in dieser Phase, um mit dem Favoriten mitzuhalten. Der profitierte allen voran von der Reboundstärke des Markus Konecny und ging so mit einem Acht-Punkte-Vorsprung in die Kabine.
Dort fand Alphan Bartik offensichtlich die richtigen Worte: „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie sich auf ihre persönliche Aufgabe konzentrieren und einfach Spaß am Basketball haben sollen“, so der Headcoach. „Es war laut, der Trainer hat uns heiß gemacht“, meinte Tamer. Jens Schneider brachte Ruhe ins Team, seine Mitspieler wirkten deutlich konzentrierter. Wo die Eintracht noch in Durchgang eins den Ball hatte behaupten können, stand sie jetzt schon weit vor der Zone unter Druck. Immer wieder gelangen den White Wings Steals oder sie unterbrachen den Angriff der Gäste anderweitig. Dann war Cedric Quarshie zur Stelle: Gegen seinen Ex-Klub gelangen dem vielleicht physisch stärksten Akteur in den TGH-Reihen zahlreiche Fastbreaks, die er mit spektakulären Dunks abschloss.
Der Vorsprung zwischenzeitlich auf über 30 Punkte – auch dank Can Tamer. Der Spieler, der sonst mit Gleichaltrigen die U18-Oberliga dominiert, nutzte seine Chance bei den White Wings. Kaum zwei Minuten auf dem Court, feuerte Tamer unter dem Jubel seiner Mannschaftskameraden auf der Tribüne zwei Dreier in den in den Korb. „Viellicht kann ich es schaffen, nächstes Jahr einen festen Platz im Kader zu ergattern“, hoffte das Talent, das so lange bei den Herren auf dem Parkett stand wie noch nie zuvor. Der Rest war für die Turngemeinde Schaulaufen. Die Eintracht hatte sich schon im dritten Viertel längst aufgegeben, weil im siebenköpfigen Kader die Kräfte dahinschmolzen. Wadale Williams und Quarshie exerzierten Alley-Oop-Versuche mit Pässen über das Brett, Markus Konecny drosch einen solchen in den Ring.
Der TGH-Brocken sorgte noch für einen großen Knall: Nach einem eher harmlosen Zweikampf, bei dem sich der Center einen kleinen Riss über der Augenbraue zuzog, trat ein wütender Konecny mit voller Wucht ein Loch in die Außenbande. Schon kurze Zeit später kam der Vandale mit großem Pflaster wieder zurück auf den Court und ließ gemeinsam mit den Mannschaftskameraden und einigen U18-Spielern die Uhr hinunterlaufen. „Ein Prüfstein war das nicht“, erkannte Bartik. „Wir hatten uns keinen Matchplan zurechtgelegt, sondern wollten unser Spiel spielen. Das Training war ohnehin voll auf die Partie gegen den MTV Stuttgart ausgerichtet“, wusste der Headcoach, der sich nun in einer exzellenten Ausgangslage befindet. Mit einem Spiel mehr als die Konkurrenz rangiert sein Team auf Rang vier der Tabelle – nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter VfB Gießen. (Hanauer Anzeiger/Dominik Sharaf)
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