Regionalliga: TG Hanau verliert gegen TV Saarlouis mit 94:117 – Reid und Easterling nicht zu halten
Basketball (sha). Die Wochen der Wahrheit der entwickeln sich für die Turngemeinde Hanau (TGH) zu Tagen der Bitterkeit. Nach der unglücklichen Niederlage gegen den MTV Stuttgart unterlagen die White Wings am Samstag in der Main-Kinzig-Halle auch den TV Saarlouis Royals mit 94:117. Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Alphan Bartik wirkte gegen die besten Scorer der Liga, Ricky Easterling und Matthew Eric Reid, weitgehend hilflos und verlor die Partie in der Defense. Damit dürften die Aufstiegschancen der TGH nur noch theoretisch vorhanden sein.
„Besser geht es einfach nicht“, sagte Alphan Bartik, staunend und entsetzt zugleich, über die Mannschaft, die sein Team über 40 Minuten entzaubert hatte. Der TV Saarlouis war an diesem Abend eine Nummer zu groß für die TGH, was den 400 Zuschauern von Anfang an vor Augen geführt wurde. Der Tabellenzweite von der französischen Grenze begann schon im ersten Viertel mit seinem rasend schnellen Spielaufbau und stieß bei der Hanauer Defense auf wenig Widerstand. Aus Saarlouis einziger Schwäche, der Physis, konnten die White Wings kein Kapital schlagen. Da Markus Konecny mit einem Magen-Darm-Infekt kurzfristig absagen musste, Cedric Quarshie mit Knieproblemen und Alonzo Brooks mit einer nur halb ausgeheilten Knöchelverletzung in die Partie gingen, fehlte gerade unter dem Korb das nötige Personal.
So begann die ganz große Show der beiden Amerikaner der Royals. Sie schienen überall zu sein: Matthew Eric Reid flitzte über die Flügel und platzierte einen Korbleger nach dem anderen, wuselte sich durch die Defense, um mit einer überragenden Wurfquote von 75 Prozent aus der Nahdistanz zu verwandeln. Ricky Easterling traf sogar neun von zehn Schüssen, eine ähnliche Sicherheit legten beide auch an der Freiwurflinie an den Tag. Insgesamt erzielte das Duo 64 Punkte. „Ich dachte, wir hätten uns gut vorbereitet. Aber unsere Verteidigung war nicht aggressiv genug und aus den Vorteilen unter dem Korb konnten wir keinen Nutzen schlagen“, bemängelte Jens Schneider, der 13 Abpraller aus der Luft pflückte und trotz Spielpraxisrückstand noch der beste Akteur seiner Farben war. In der Tat spricht die Reboundbilanz mit 40:25 deutlich für die TGH, die hatte sich jedoch schon zur Halbzeit einen 36:58-Rückstand eingehandelt hatte.
„Ich habe bis weit ins dritte Viertel hinein geglaubt, dass wir das noch aufholen können“, meinte Ex-Kapitän Schneider nach der Schlusssirene. Zwar schaffte es die Turngemeinde, ihre eigene Wurfquote zu stabilisieren und erzielte in diesem Abschnitt 34 Punkte. Norman Lang traf von der Dreierlinie aus fünf Mal und Alonzo Brooks bekam unter dem Korb mehr Bälle. Jedoch wütete Saarlouis Offensivmaschinerie gnadenlos weiter. Jimmy Peter Lauter und Michal Twarog und warfen zehn Dreier, die US-Basketballer feuerten unbeirrt ihre Schüsse in den Ring. Dazu verloren die White Wings den erschreckend schwachen Wadale Williams mit fünf Foulspielen und wenig später auch Cedric Quarshie. Statt müde zu werden, konnten es sich die mit nur acht Mann angereisten Royals im Schlussviertel sogar leisten, einen Gang zurückzuschalten und das 94:117 sicher über die Ziellinie zu bringen.
Norman Lang demonstrierte Klasse, als er sich mit dem Mikrofon des Hallensprechers nach der Partie für die Leistung entschuldigte und um die Unterstützung der Fans auch in den kommenden Wochen bat. Schon nächste Woche wartet mit dem VfB Gießen der nächste Titelkandidat auf die TGH. Für Schneider eine willkommene Gelegenheit zur Rehabilitiation: „Es ist gut, dass es schnell weitergeht“, so der 32-Jährige. Alphan Bartik wollte von Widergutmachung nichts wissen. „Es geht nur darum, konstant gute Leistungen zu zeigen“, so der Headcoach.
TG Hanau: Lang (22 Punkte / 5 Dreier), Köhnert (20/3), Brooks (20/1), Jens Schneider (12/1), Quarshie (7), Philipp Schneider (6), Williams (5), Young (2). Zuschauer: 400. (Hanauer Anzeiger/Dominik Sharaf)
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